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Studium

Passt ein Studium zu mir?

Wir haben ehemalige Auszubildende an unserer Fachschule gefragt, wie sie die Seminargruppen im Oberkurs erlebt haben und wie es mit dem Studium für sie weiterging. Danke fürs Mitmachen!

"Dank Studium wurde mir eine Leitungsstelle angeboten"

Carola Klaiber hat während der Ausbildung die FHR gemacht und anschließend in Ludwigsburg studiert.

Als Jugendliche habe ich mich in der Kinderkirche engagiert und in der Jungschar, auch meine Schwester hat die Erzieherausbildung an der Haller Fachschule gemacht und so war es für mich nach dem Abschluss an der Realschule klar, dass ich Erzieherin werden will. Die Mischung an der Fachschule fand ich toll: Praxisphasen, Unterricht, viele praktische Übungen … Ich habe die Chance genutzt, gleichzeitig die Fachhochschulreife zu erlangen. Der Zeitaufwand hielt sich in Grenzen, da wir Deutsch und Englisch sowieso belegen müssen, lediglich Mathe war zusätzlich. Obwohl ich eigentlich nie vorhatte zu studieren, fand ich es doch verlockend, während dem Oberkurs die Seminargruppen zu besuchen und ein bisschen ins Studieren reinzuschnuppern. Es war ein interessanter Einstieg in die wissenschaftliche Arbeit, das Kennenlernen von Forschungen und wissenschaftlichen Studien – das hat meinen Blick geweitet und die Ausbildung vertieft.

Während des Berufspraktikums war ich in Ludwigsburg immatrikuliert und habe immer montags die Vorlesungen und Seminare dort besucht. Das war das anstrengendste Jahr, weil man gleichzeitig die Anforderungen von Praxisstelle und Schule fürs BP erfüllen und zusätzlich noch Studienleistungen erbringen muss. Trotzdem war es sehr interessant, die anderen Studierenden kennen zu lernen und vertieft an den Themen zu arbeiten. Auch die Dozenten haben sich viel Zeit genommen und uns unterstützt.

Mein Tipp an aktuelle Schüler/innen:
Nutzt alle Möglichkeiten für Praktika und Kurse, nehmt mit, was geht! Ein Arbeitsplatz ist euch sicher. Und wenn ihr euch inhaltlich breiter aufstellt, könnt ihr euch viele Optionen offenhalten.


Nach dem BP habe ich dann drei Semester in Vollzeit in Ludwigsburg studiert. Ich habe es sehr genossen, Zeit zum Studieren zu haben und das Studentenleben auszukosten. Meine Bachelor-Thesis habe ich zum Thema Elternarbeit geschrieben, über die Konzeption von niederschwelligen Angeboten für Eltern und Elternkurse in Zusammenarbeit mit der Kita.

Danach habe ich mich um eine Stelle in einer Kita beworben und habe gleich eine Leitungsstelle angeboten bekommen – dank Studium! Im Moment bin ich in Elternzeit und kümmere mich um meine kleine Tochter. Ich bin gespannt, wo mein Weg hinführen wird. Ich könnte mir gut vorstellen, in Richtung Erwachsenenbildung zu gehen, Elternkurse anzubieten oder auch in die Kita-Sprachförderung einzusteigen. Vielleicht kommt auch ein Masterstudium in Frage. Mal sehen. Es ist toll, dass es so viele Möglichkeiten gibt.

Carola Klaiber

"Die Fachschule zu besuchen und erst im Anschluss daran zu studieren, war genau die richtige Entscheidung"

Marieke Weber hat nach dem Berufspraktikum das Bachelor-Studium in Vollzeit fortgesetzt.

Nach meinem Realschulabschluss war ich noch relativ jung und unsicher, was ich beruflich später machen möchte. Jedoch war mir klar, es soll in die soziale Richtung gehen. Für mich standen zwei Möglichkeiten zur Auswahl: Entweder ein sozialwissenschaftliches Gymnasium zu besuchen und anschließend zu studieren oder die Ausbildung als Erzieherin an der evangelischen Fachschule in Schwäbisch Hall. An einem Tag der offenen Tür habe ich die Fachschule besucht und den Eindruck gehabt, dass es eine sehr offene, familiäre und zugleich professionelle Schule ist. Die Möglichkeit, nebenher das Fachabitur zu absolvieren, war dann für mich ausschlaggebend, mich dort zu bewerben.

In den ersten zwei Jahren der Ausbildung habe ich viel Praxiserfahrung gesammelt, mir theoretisches Wissen angeeignet und bin persönlich gereift – durch Profilfächer, Wahlpflichtangebote und Reflexionsgespräche mit den Dozenten. Im Unterkurs wurde das Studienmodell mit Seminarteilnahme vorgestellt. Die kleinere Lerngruppe und die Erarbeitung wissenschaftlicher Texte fand ich sehr ansprechend. Daher habe ich mich dazu entschieden. Ob ich dann im Berufspraktikum tatsächlich integriert studiere, stand für mich zu dem Zeitpunkt noch offen.

Die zwei Wochentage im Oberkurs waren sehr hilfreich für die mündlichen und schriftlichen Prüfungen, da Lern- und Entwicklungstheorien und Konzeptionen selbstständig erarbeitet wurden, Fragen wurden ausgetauscht und man konnte viel tiefer ins Thema eintauchen, als es in der Klasse möglich gewesen wäre. Der Seminarkurs und die Teilnehmer waren dann der Grund, warum ich mich dafür entschieden habe, im Berufspraktikum parallel einmal die Woche zu studieren. Der Studiengang findet in Ludwigsburg statt und nennt sich „Frühkindliche Bildung und Erziehung“. Auch das letzte Jahr der Ausbildung war somit stets mit Theorie und Praxis für mich verbunden. Dinge, die ich in der Hochschule hörte, konnte ich direkt in der Praxis ausprobieren und umsetzen.

Diesen Tipp würde ich einer heutigen Schüler/in geben:
Nutze die Angebote der Ausbildung, probiere so viele Berufsfelder wie nur möglich im Rahmen der Ausbildung aus, denn sie beeinflussen deine spätere pädagogische Haltung und dein Handeln. Sie sind ein Schatz in deinem späteren Berufsleben und können dir Möglichkeiten aufzeigen, die du vorher nicht kanntest.

Nach der Ausbildung ging es dann mit dem Vollzeit-Studium los. Die Hochschule ist riesig und sich dort zurecht zu finden war nicht immer einfach. Es ist dann eine Hilfe, Kommilitonen an seiner Seite zu haben und sich durchzufragen. Derzeit bin ich in meinem Praxissemester, welches ich bei der Leitungsstelle in einem Kinderhaus absolviere, denn dies ist auch mein berufliches Anstreben nach dem Abschluss des Bachelors. Auch einen Masterstudiengang kann ich mir gut vorstellen. Doch diese Entscheidung steht für mich noch offen. Immer wieder merke ich, wie wertvoll die Ausbildung für mich persönlich und beruflich ist. Die Fachschule zu besuchen und erst im Anschluss daran zu studieren, war genau die richtige Entscheidung und ich kann es nur weiterempfehlen, diesen Weg zu gehen, denn nur durch die Ausbildung fühle ich mich qualifiziert zu studieren.

Marieke Weber